11th August 2008

Entführung von StudiVZ ins web1.0

Das es gut ist seinen Namen im web im Auge zu behalten hat sich für mich heute mal wieder bestätigt.

In meinem Monitoring stiess ich auf “meine” erste Homepage - eine Seite mit meinem Namen und meinem Foto, in blinkend buntem Retro-Design und das ohne das ich dazu jemals mein Einverständnis gegeben habe.


So wie es aussieht ist “meine Seite” schon seit dem 3.Juli online und ich weiß nicht wie viele Menschen, die im Netz nach mir recherchiert haben diese Seite gesehen haben - wenn man wie ich auch hin und wieder einmal im Bereich webdesign zu tun hat ist das nicht nur “nicht witzig” sondern kann sogar schädigend sein.

Foto und Name wurden direkt aus StudiVZ exportiert, die Lücke wurde zwar nach 4 Stunden geschlossen, in der Zeit wurden aber nach eigenen Angaben über 1000 Profile gezogen.

Der soziale Internetnutzer ist in Deutschland fest in der Hand des studiVZ. Jeder? Nein, ein kleiner Teil entscheidet sich gegen ein zentralisiertes Datenverzeichnis, indem kein Byte sicher ist. Am Abend des 3. Juli 2008, von 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr, ist es ca. 1000 Geiseln des Web 2.0 gelungen, in das heimische Web 1.0 zurückzukehren.

Von “sich dafür entschieden” ist die Rede aber mich hat niemand gefragt ob ich mit dieser Migration einverstanden bin, ebensowenig Dittes, den man hier ebenso mit “seiner Homepage” findet und der gerade überrascht davon war als ich ihm das gezeigt habe.

Der Urheber des ganzen erzählt auf seinem blog stolz

Als es noch funktionsfähig war, konnte man aus einem studiVZ Profil innerhalb weniger Sekunden eine waschechte 90er Jahre Webseite machen. In kürzester Zeit sind so vor einer Woche über 1000 Webseiten entstanden bis das studiVZ schließlich den Zugang blockierte. Besonders beeindruckend ist aber, wie einfach man an die Profildaten so vieler studiVZ Nutzer kommt.

Nicht nur das es unmöglich ist, das StudiVZ so einen Datenklau zulässt ohne sich darum zu kümmern, das der Schaden der entstanden ist auch wieder behoben wird ich finde es absolut nicht ok, das auch im nachhinein niemand gefragt hat ob es ok so ist. Ich hätte es nie gemerkt, wenn ich nicht prüfen würde, was mit meinem Namen im Netz passiert.

Mir tun diejenigen leid, die wenig webaffin sind und überhaupt nicht merken das Ihr Gesicht ganz oben auf einer Homepage prangt, in dem dazugehörigen Statement unterstellt wird, dass sie damit einverstanden waren, was ja wiederum impliziert das sie selbst verantwortlich für diese Seite sind.

Lieber Michael, ich habe heute vergeblich versucht Dich telefonisch zu erreichen, ich werde es noch ein paar mal versuchen, wenn es nicht klappt noch eine Mail schreiben aber wie auch immer ich möchte das Du diese Seite innerhalb einer Woche entfernst.
Desweiteren würde mich interessieren was Du Dir dabei gedacht hast - wenn es darum ging zu beweisen das man ganz einfach Daten aus StudiVZ ziehen kann, warum hast Du dann die Profildaten fremder Menschen benutzt? Nicht jeder findet das gut, egal welche Absicht dahinter steht.

Weitere Infos zum Thema bei Oliver, hier kannst Du nachsehen ob Du auch dabei bist

Update: Die Profile von Dittes und mir wurden entfernt >1300 sind noch online

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22nd July 2008

unmoralisches Angebot bei studiVZ (UPDATE)

Ich dachte ich gucke nicht richtig als ich gerade diese Nachricht hier über studiVZ bekommen habe.

OK einige User und Gruppen bei StudiVZ sind nicht unbedingt für politische Korrektheit bekannt und wie ich gerade in der letzten Ausgabe der blond gelesen habe gibt es sogar ein paar Gruppen deren Ambitionen deutlich weitergehen

Bei StudiVZ bieten Studentinnen Sex gegen Taschengeld an, auf GayRomeo kann man komplette Escort-Profile einrichten, ein Student verkauft Tantra-Massagen im WG-Wohnzimmer: Was ist los mit diesen Leuten? Ist Sex nur noch eine Ware? Wo bleibt die Romantik? Blond fragt nach bei den Hobby-Huren und erklärt euch, was Sex gegen Geld mit eurer Psyche macht Quelle: www.blondmag.de

Genau diese Frage stelle ich mir gerade - was ist los mit diesem Gerhard?

Ok, der werte Herr ist also auf der Suche nach einem Dreier aber warum tut er das auf dieser Plattform? Kann mir das irgendwer erklären?

UPDATE: Mittlerweile existiert das Profil von Gerhard (dafür habe ich Post von einem scheinbar schizophrenen anderen Gerhard bekommen ;) )nicht mehr - ob selbst gelöscht oder gelöscht worden weiss ich nicht, aber ich vermute letzteres.
Wieso? Weil ich von mehreren Seiten gehört habe, das StudiVZ derartigen “Verkehr” auf der Plattform durchaus kritisch verfolgt und sich so gut es geht darum kümmert, das es nicht passiert.

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29th April 2008

Typisch Deutsche Bahn ?

….mit dieser Aussage assoziere ich mittlerweile eine Reihe von Umständen die mir immer wieder begegnen.

 

 

Ich bin in letzer Zeit relativ viel mit der DB unterwegs - allein in den letzten 2 Monaten waren es über 15 Fahrten - Hamburg-Berlin (1,5std) Hamburg-Köln(4,5std) Köln-Berlin(5,5Std) Hamburg-Offenburg(6std.) um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Bei jeder Fahrt gab es mindestens einen Umstand über den ich mich mittlerweile gar nicht mehr wundere - typisch eben.

Zunächst wäre da natürlich der Punkt

1. Verspätung - mittlerweile kalkuliere ich eine solche schon ein und freue mich wenn ich doch einmal pünktlich ankomme.

 

2. Wagen ausgetauscht und damit alle Reservierungen hinfällig - dieser Punkt passiert scheinbar besonders gerne wenn man sich unglaublich auf einen Sitzplatz mit der Chance auf ein par Stunden Schlaf freut - morgens um 6 oder abends um 18.00 wenn man an diesem Tage schon um 4 aufgestanden ist um in aller hergotts Früh nach Frankfurt zu fahren.

 

3. völlig überfüllter Zug in Kombination mit unmöglicher Platzreservierung am Vorabend - auch so eine Sache mit der man Glück aber auch eine Menge Stress haben kann - die Male bei denen ich irgendwo mitten im Gang auf dem Fußboden gesessen habe kann ich gar nicht mehr zählen, allerdings lernt man dabei auch , dass der Wagen für die Fahrräder perfekt ist- Steckdosen en Masse und da hier die Menschen zuerst flüchten hat man irgendwann das Abteil fast für sich allein - incl. aller Klappsitze und das kann echt gemütlich werden ;)

 

4. Servicewüste - für mich immer noch der Punkt über den ich mich am meisten ärgere.

Vor ein paar Wochen wurde mir mein Portemonnaie geklaut, incl. aller Karten,Personalausweis, Führerschein und natürlich auch meiner Bahncard 50.

Da ich genau an dem darauffolgenden Wochenende nach Bonn wollte, brauchte ich natürlich meine Karte.

Ich rief also die kostenpflichtige Hotline Nummer der Bahn an - und hing erstmal 5Minuten in der Warteschleife.. dann meldete sich doch tatsächlich ein Mitarbeiter der Bahn.

 

BahnTyp1: Guten Tag was kann ich für Sie tun
Ich: Mir wurde mein Portemonnaie geklaut incl. der Bahnkarte, was muss ich jetzt tun
Bahntyp1: Da gebe ich Ihnen mal die Nummer des Bahncard Services, 01805…
Ich: Ähm können Sie mich nicht einfach weiter verbinden
Bahntyp1: Nein (Stille)
Ich: Das heisst ich muss noch einmal 5 Minuten warten
Bahntyp1 Tja so sieht es aus, ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag (klick)

 

 

Also die Hotline vom BahncardService - wieder 5 Minuten warten, diesmal eine Dame in der Leitung die unwahrscheinlich schnell spricht und dabei auch noch nuschelt.

 

Bahnfrau: Guten Tag was kann isch für Sie tun.
Ich Mir wurde meine Portemonnaie geklaut, was muss ich jetzt machen
Bahnfrau: Also sie können eine neue Bahncard bestellen, das dauert dann 2-3 Wochen und kostet 15€.
Ich: Ja das würde ich dann gerne tun, aber was mache ich in der Zwischenzeit bekomme ich so lange eine vorläufige Karte (sowas gibt es ja wenn man die Bahncard kauft)
Bahnfrau: Bis die Neue Bahncard kommt müssen Sie den vollen Preis zahlen, sich quittieren lassen, das sie mit dieser Karte gefahren sind und dann die Karten mit einer Begründung schicken an BahnService…..(an dieser Stelle sprach sie so schnell das ich keinerlei Chance hatte es zu verstehen, geschweige denn mitzuschreiben)
Ich: Entschuldigung, das war zu schnell können Sie das Bitte wiederholen
Bahnfrau: (Genervt und genauso schnell) BahnService….
Ich: (Denke mir ok das werde ich schon im inet finden) Gut dann wünsche ich ihnen noch einen schönen Tag
Bahnfrau: (sagt keinen Ton und legt auf)

 

 

Ok, als wäre es nicht schon ärgerlich genug, dass man das Geld für die Karten “vorstrecken” muss so habe ich bei der Lektüre der Regeln online auch noch gelernt, dass für jede einzelne Karte, für die ich doch gerne meine 50% zurück haben möchte 15€ Servicegebühr zahlen muss - mach in meinem Fall
1x 15€ neue Bahncard
6x 15€ bis die neue Karte da war
min.10x 0,50€ für die Hotline
Also alles in allem mind. 80€ - Sorry aber ich finde das ziemlich dreist, insbesondere im Vergleich zu dem Service bei meiner Bank oder z.b. dem HVV - dort bin ich hin und innerhalb kürzester Zeit hatte ich Ersatz ohne noch irgendwelche zusätzlichen Kosten zahlen zu müssen.

 

 

Na ja trotz allen Ärgers ist die Bahn nun mal eine der bequemsten Arten durch Deutschland zu kommen - man kann arbeiten wenn man einen der Plätze mit Tisch und Steckdose erwischt, schlafen wenn man vorher zu viel gearbeitet hat oder einfach mal wieder ein gutes Buch lesen. In diesem Sinne - vielleicht sieht man sich ja mal im ICE ;)

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5th April 2008

Deja vue? Polizeistaat - MTV regt an zum nachdenken

Ohne Worte

 

 

 

[via politblog]

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12th February 2008

Rassisten sind eine Zumutung

Diese Tatsache in einem subtilen aber doch eindeutigem Werbespot von ZARA verpackt, meiner Meinung nach genau die richtige Mischung, die zum nachdenken anregt.

[via]

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30th January 2008

Massenmediale Gehirnwäsche

Als ich anfing diesen Artikel zu schreiben war meine Intention einfach mal zu zeigen warum es einem oftmals so vorkommt, als würde eine aufsehenerregende Straftat ihre nicht minder grausamen Nachfolger regelrecht auf den Plan rufen.

 

Bei meiner Recherche aber stieß ich auf ein paar interessante Zahlen zum Thema Kriminalitätspolitik, insbesondere im Hinblick auf  die aktuelle Diskussion betreffend krimineller Jugendlicher.

Jeder prinzipiell intelligente Mensch müsste in der Lage sein zu erkennen, wie absurd die fremdenfeindlichen Aussagen und Forderungen von Herrn Koch und seinen Trittbrettfahrern sind, für mich ist das nichts weiteres als Hetze und populistisches Stimmungsmache.

 

Wo liegt die Intention - soll der NPD die Wählerschaft abgenommen werden? Eine gewisse Vorbildfunktion Kochs für diese Zielgruppe lässt zumindest dieser Beitrag hier vermuten.

Doch erst einmal zurück zum Ausgangsthema.

 

 

Seit dem unglaublichen Vorfall, an dem ein Rentner von 3 Jugendlichen zu Tode geprügelt wurde, habe ich das Gefühl, dass plötzlich fast täglich über neue Fälle dieser Art berichtet wird.

Ein Phänomen, das mir nicht zum ersten Mal auffällt und hinter dem (nicht nur meiner Meinung nach) eine zielgerichtete Systematik steckt.

 

Schon bei den Fällen von Kindesmisshandlung und -Vernachlässigung, schienen die Fälle plötzlich wie Pilze aus dem Boden zu schießen.

Die traurige Wahrheit ist - meistens haben wir es hier nicht mit einem sprunghaften Anstieg spezieller Straftaten zu tun, sondern lediglich die Berichterstattung ist eine andere und oftmals steht ein populistisches oder gar politisches Kalkül dahinter auf das ich hier jetzt ein bisschen näher eingehen möchte.

 

 

Der Einfluss der Medien auf die Kriminalitätswahrnehmung und damit indirekt auch auf die Politik ist meiner Meinung nach relativ einfach zu erklären.

Nehmen wir als Beispiel dafür einmal die aktuelle Debatte über die Jugendkriminalität und zwar unter Abstraktion der unglaublich dämlichen Kommentare von Herrn Koch. (Hier übrigens noch einmal eine gewohnt stechende Interpretation zu dem Thema beim pantoffelpunk).

 

 

Berichten Zeitungen viel und prominent über bestimmte Straftaten, wird die Wahrnehmung der Bürger relativ schnell selektiv.

Je heftiger der Auslöser, d.h. grausamer die Fälle, umso schneller setzt dieser Prozess ein - ein ganz einfaches Prinzip der Theorie der kognitiven Dissonanz. (Wir erinnern uns - oder lesen hier noch einmal nach)

Die Tat vor Weihnachten, bei der ein Rentner mit brutaler Gewalt zu Tode geprügelt wurde hat die Nation erschüttert, insbesondere deswegen weil die Meldung mitten in die Zeit der Besinnung und des Friede Freude Eierkuchens “hineinplatzte”.

Die öffentliche Aufmerksamkeit war plötzlich groß, die Menschen wollten alles über dieses Thema wissen und entsprechend prominent wurde über das Thema berichtet, denn Inhalt den Leser lesen wollen lässt sich nunmal besser verkaufen.

 

 

Entsprechend wurden ähnliche Nachrichten, die bis dato eher einen Platz auf Seite 3 bekommen hätten auf die Titelseite gebracht, die Berichterstattung vertieft, diskutiert, gehypt und allein schon die Art und Weise wie manches Blatt oder manche Sendung seine Berichte formulierte (Betonung immer wieder auf den ausländischen Hintergrund, wenn Deutsche beteiligt waren Sätze wie “ein junger Mann mit deutschem Aussehen” (suggeriert das es nicht so sein muss) etc…

 

 

2004 hat TSN Infratest mehrer Umfragen zum Thema Kriminalität durchgeführt.
Betrachtet wurde der Zeitraum von 1993 bis 2003 in dem die Kriminalitätsrate de facto um -2,6% abgenommen hatte

 

Die Studie ergab, dass

  • 1. weniger als 10% der Befragten überhaupt ein sinken der Kriminalitätsrate vermuteten
  • 2. ein Grossteil der Befragten den Anstieg der Straftaten extrem überschätzte (je nach Straftat bis zu 260%)

Doch damit noch nicht genug, in einer zweiten Studie wurde dann noch gefragt wer wohl verantwortlich für diesen Anstieg wäre und die Antwort war ebenso eindeutig wie erschreckend - Ausländer.

Um genau zu sein wurde ein Anstieg des Anteils

“der Ausländer an den polizeilich regeistrierten Tatverdächtigen [..]von 26,7% auf 36,5%”

unterstellt, in der Realität sah es aber so aus, das selbiger

auf 19,0% gesunken war.

 

Wie kommt es nun zu einer solchen Diskrepanz zwischen Realität und Wahrnehmung und welche Auswirkungen hat das auf die Kriminalitätspolitik?

Medienwissenschaftliche Untersuchungen aus den USA und Kanada haben gezeigt, das sich hier eine Realtion zu der Darstellung von Kriminalität in den Massenmedien feststellen lässt.
Wird trotz sinkender Kriminalitätsraten, vermehrt über Gewaltdelikte berichtet - unabhängig davon ob real z.B. in den Nachrichten oder fiktiv wie z.B. in Serien etc. tendieren die Menschen dazu die Kriminalitätsrate als ansteigend einzuschätzen.

 

Wie schon oben erwähnt wird der Inhalt über den berichtet wird auch immer vom Marktwert bestimmt, d.h. was die Menschen interessiert lässt sich besser verkaufen.

 

Genauso wie negative Erinnerungen einem Menschen tendenziell deutlicher in Erinnerung bleiben wie postive werden negative Nachrichten gegenüber anderen Nachrichten bevorzugt.(Galtung/Runge 1965)
Ergo haben derartige Nachrichten in der Regel auch einen höheren Marktwert als positive.
Dazu kommt, das insbesondere Privatsender auf eine Personalisierung und Emotionalisierung in der Berichterstattung setzen - in Gerichtshows beispielsweise werden zwischenmenschliche Probleme und Schicksale auf der Bühne einer Straftat thematisiert.

 

Betrachtet man Privatsender wie RTL und Sat1, die deutlich mehr darauf angewiesen sind “quotentaugliche” Beiträge zu senden so zeichnet sich gemäß einer Studie des Hannoveranischen Instituts für Journalistik und Kommunikationsforschung allein zwischen 1995 und 2003 der Anteil “kriminalitätshaltiger Sendungen am Gesamtprogramm” von 13,1 auf 18,7 bzw. 11,4 auf 19,5% angestiegen ist.

 

Alles in allem wird den Zuschauern so suggeriert das “das Böse real” und ganz nah ist, was zu einem erhöhten Unsicherheitsgefühl und damit steigendem Sicherheitsbedürfnis führt.(Krüger 2000, S.278-296)

 

Dieses diffuse Sicherheitsbedürfniss lässt die Stimmen nach härterer Strafpolitik lauter werden, was wiederum einige Politiker als Anlass dafür nehmen mit solchen Themen gezielt Wahlkampf zu betreiben.

 

Das traurige Ende vom Lied ist ein Kreislauf von zielgerichteter Berichterstattung, kombiniert mit darauf abgestimmten, völlig absurden politischen Forderungen und Unterstellungen, die wiederum die Ausrichtung der Berichte noch einheitlicher werden lassen, so dass Otto-Normalbürger gar nicht mehr in der Lage ist in der Masse von Absurditäten die Wahrheit zu finden..

Quellen

Krüger, U. Michael (2000). Unterschiedliches Informationsverständnis im öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehen,in: Media Perspektiven 7/2000, S. 278 œ 296

Galtung, Johan & Ruge, Marie H. (1965): The Structure of Foreign News: The Structure of
Foreign News. The Presentation of the Congo, Cuba and Cyprus Crisis in Four
Norwegian Newspapers, in: Journal of Peace Research, 2/1965, S. 64 œ 91
Christian Pfeiffer, Michael Windzio, Matthias Kleimann: Die Medien, das Böse, und wir

 

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6th January 2008

Schäuble als Diregent des SEK Chores

Bei Henning bin ich über “Schäubles singenden SEK Trupp” gestolpert und habe mich sehr amüsiert.

 

 

Wie heisst es so schön - wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu Sorgen - ein gelungenes Stück Satire direkt vom ZDF.

Den Text findet Ihr übrigens auch bei Henning

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4th January 2008

Vorratsdatenspeicherung als Niederlage für die Demokratie ?

Provokativer Titel der aber ziemlich präzise meine Gefühlslage hinsichtlich dieser Thematik beschreibt…

 

Auf meinem Neujahresspaziergang an der Alter begegnete ich Thomas Hansen mit seinem Hohnsteiner Kasper.

Mahnwache gegen die Vorratsdatenspeicherung

Er sagte mir, dass diese Mahnwache gegen die Vorratsdatenspeicherung seine persönliche Art sei, seiner gefühlten Ohnmacht gegenüber diesem Beschluss Ausdruck zu verleihen.

Schon im Vorfeld gab es eine beachtliche Menge an Gegenstimmen aus der Bevölkerung, die durch Demonstrationen, Aktionen und Petitionen zum Ausdruck gebracht wurden, leider alles ohne Erfolg.

 Wenn eine Neuregelung durch einem kleinen Kreis von sogenannten Volksvertretern verabschiedet wird ohne das fundiert auf die Kritik und den Protest eingegangen wird, dann hat das für mich nicht mehr viel mit Demokratie zu tun.

 

Der eine oder andere mag jetzt einwerfen  “aber es sind Volksvertreter, die diese Entscheidung stellvertretend getroffen haben”.

Natürlich ist das korrekt aber erstmal hat nicht jeder die federführende Partei gewählt und 2. repräsentieren die beeindruckenden Zahlen an Unterschriften und Demonstranden gegen die Vorratsdatenspeicherung mindestens genauso die Meinung der Bürger in diesem Land.

 

Sehen wir uns mal ein bisschen die Zahlen an,

Im deutschen Bundestag wurde die “Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung” mit einer Stimmenmehrheit beschlossen.

Was bedeutet das in Zahlen?

Im Glossar des Bundestages findet man hierzu folgende Information

Der Deutsche Bundestag hat grundsätzlich 598 Abgeordnete. Hiervon können sich durch Überhangmandate Abweichungen ergeben.
Beispielsweise wurden bei den Wahlen zum 16. Deutschen Bundestag 16 Überhangmandate vergeben, so dass der 16. Deutsche Bundestag 613 Abgeordnete hat.

Von diesen 613 Abgeordneten stimmten 366 dem Antrag zu, 156 stimmten dagegen und 2 enthielten sich, was nach Adam Riese bedeutet das 524 abgestimmt haben. [via]

 

Natürlich kann ich darüber hinaus nicht genau spezifizieren wie viele Menschen im Land hinter diesem Gesetz stehen - aber diesen Anspruch habe ich auch gar nicht.

Ich möchte hier vielmehr den Fokus auf die Masse an Menschen legen, die bei dieser Entscheidung nicht berücksichtigt wurden.

 

Bereits im September fand, so Dr. Thilo Weichert, seines Zeichens Datenschutzbeauftragter von Schleswig Holstein, die

“größte Demonstration für Bürgerrechte und Datenschutz seit der Volkszählung 1987″

in Berlin statt.

Über 15 000 Menschen fanden sich hier zusammen um gegen die Vorratsdatenspeicherung zu protestieren. [via]

 

Schätzungsweise 7500 Bürger nahmen an den bundesweiten Demonstrationen, Mahnwachen und Protestkundgebungen am 6.11.2007 teil [via]

 

Am 29.12.07 protestierten etwa 1000 Teilnehmer des Chaos Communication Congress in Berlin und wenige Tage später fand ein Trauermarsch in Hamburg statt. [via]

 

Bei den nächsten Punkten ist ein Aspekt besonders bemerkenswert - alle wurden durch das Medium Internet initiiert welches bekanntlich nur einen Teil der Bevölkerung überhaupt erreicht.

 

Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung hat über 30 000 Vollmachten für eine Verfassungsklage gesammelt, welche damit die bis dato grösste Verfassungsklage mit ca 13000 Teilnehmern aus dem Jahre 1983 um mehr als das doppelte übertrifft.

Wolfgang Schäuble merkt an dieser Stelle höhnisch und mit einer absolut deplatzierten Anspielung auf Hitler an

“Wir hatten den ‘größten Feldherrn aller Zeiten’, den GröFaZ, und jetzt kommt die größte Verfassungsbeschwerde aller Zeiten”

 

Passend zu derartig geschmacklosen Entgleisungen haben mittlerweile über 13 000 Menschen die Online Petition mit der symbolischen Forderung Schäuble!Wegtreten! unterschrieben, davon wurden bereits 303 Seiten voller Unterschriften an den Petitionsausschuss des Bundestages gesandt.

 

Des Weiteren unterstützten unzählige blogs den Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung mit Bannern, Artikeln und der Beteildigung an der Online Demo.

 

Man könnte diese Liste wahrscheinlich noch viel weiter führen aber ich denke schon so wird die Intention klar.

 

Interessant fand ich auch das Ergebnis der Studie von Privacy International - im Bezug auf Datenschutz fiel das ehemalige Musterland Deutschland innerhalb des letzten Jahren im Ranking gleich um 6 Plätze - von Platz 1 auf Platz 7.

 

Zum Abschluss noch ein kleiner Film, der im Vorfeld zu der Entscheidung gegen ein Grundrecht kreiert wurde und ganz wunderbar meine Stimmung visualisiert.

 

[von Alexander Svensson ]

 

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12th December 2007

Meet the Trollsen Twins - Full house of horror

I dont`t get why there are still so many freax out there who think wearing fur ist cool and glamourus.

Now the “Trollsen Twin” moved on from wrapping their shrunken bodys in death animals to use fur in their new fashion line….

Some say that Hairy-Kate and Trashley are guilty of offending their fans with some major fashion boo-boos, but here at peta2, we think that’s the understatement of the year! The twins’ heartless decision to wear fur and include it in their new fashion line, The Row (more like “Death Row”), is worse than a fashion no-no—it’s cruelty to animals. The Trollsens have ignored our pleas to stop wearing fur—and have since added horribly ugly fur items to their new clothing line. It’s obvious that we need your help to convince them that wearing fur is wrong and hideous!

Check out the Trollsen Twins page - write them a message or dress them up with blood soaked-clothes and spread the word - thx

 

Dress Up The Trollsen Twins!

 

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5th December 2007

Mindestlohn ist wenn man von dem Leben kann was man verdient

[via]

Satire, die des Pudels Kern genau erwischt.

Wenn ich bei SpON lese, dass die PIN-Group auf den Beschluss der Einführung von Mindestlöhnen für Briefzusteller, mit der Ankündigung von zunächst 1000 und perspektivisch noch weiteren Rauswürfen reagiert hat, dann wird mir schlecht.

Da frage ich mich warum unsere Frau Merkel diesen obsoleten Erpressungsversuch nicht als solchen benennt und stattdessen zurückrudert und verkündet:

“Wir sind in der Tat der Meinung, dass es nicht hilft, wenn nachher Tausende Menschen Arbeitslosengeld-I- und -II-Bezieher sind, weil wir an anderer Stelle einen zu hohen Mindestlohn zahlen”

Bitte mal ganz ehrlich -wenn ein Unternehmen nur unter der Bedingung profitabel arbeiten kann, dass die Mitarbeiter Hungerlöhne bekommen, dann ist meiner Meinung nach etwas an dem Modell falsch, verdammt falsch!

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11th November 2007

rest in peace - Trauer um das Fernmeldegesetz

Als ich die Meldung im Radio hörte war ich irgendwie verfassungslos, CDU, SPD und CDU haben tatsächlich beschlossen einen weiteren Schritt in Richtung gläserner Mensch zu gehen und damit das Ende eines Teils des Art. 10 GG beschlossen.

Ruhe in Frieden

Ich frage mich - wozu gibt es Grundrechte, wenn Politiker einfach beschließen können Sie abzuschaffen?

Als Ausdruck meiner Bestürzung über diese Entscheidung werde ich die Aktion von vorratsdatenspeicherung.de noch ein paar Tage verlängern und meinen blog Trauer tragen lassen… und ja ich weiß, dass das niemanden “da oben” interessiert und gerade das macht mir Angst - was kommt als nächstes?

Bild via aboutpixel/rusty

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1st November 2007

Die einen Steinzeit die anderen zurück zu den guten deutschen Werten

Herdprämie - dieses Wort blinkte mich heut mittag plötzlich in der Headline der Netzzeitung an und was sich dahinter verbarg war tatsächlich ein Gesetzesentwurf wie ihn sich die stock-konservativen Patriarchen dieses Landes wünschen.

Darin ist eine Prämie für die Frauen vorgesehen, die Ihr Kind nicht in eine Kita schicken, sondern wie in guten alten Zeiten zuhause großziehen.

Wie Frau Kressel so schön sagt:

Mit dem Referentenentwurf hätten sich die Traditionalisten in der Union durchgesetzt, «die Frauen am liebsten am Herd und Kinder am besten ausschließlich bei ihren Müttern aufgehoben sehen»”

Tja, ich muss gestehen, an dieser Stelle bin ich mir mit der Steinzeitlichen Partei Deutschlands einig, denn zurück zu der guten alten Rollenverteilung muss ich wirklich nicht.

Nicht, dass ich es einer Frau nicht hoch anrechnen würde wenn sie ihre Kinder großzieht, aber muss man dafür einen monetären Anreiz bieten? Sollte diese Entscheidung nicht vielmehr eine ideelle sein und von Herzen kommen?

Meiner Meinung nach sollte lieber mehr in die Schaffung von Betreuungsmöglichkeiten gesteckt werden und statt einer Prämie eher eine Art “Entschädigung” gezahlt werden, wenn der Staat nicht in der Lage ist einen Kita Platz anzubieten wenn man einen in Anspruch nehmen möchte. Und überhaupt, wer kann sich heutzutage überhaupt noch leisten, dass einer komplett zuhause bleibt? Wohl eher die Besserverdienenden d.h. für alle anderen wäre eben der Ausbau der Kita Plätze wichtiger.

Noch mal ausdrücklich - ich habe nichts gegen Hausfrauen, das muss jeder für sich selbst entscheiden aber ich persönlich würde niemals auf die Idee kommen mich in die völlige Abhängigkeit von einem Mann zu begeben.

Ausserdem ist der Kindergarten ja nicht nur dazu da, dass die Mutter arbeiten gehen kann - auch wenn ich hier nur vom Hörensagen und aus Erfahrung mit den verschiedensten Menschen sprechen kann, denke ich, dass es durchaus wichtig ist, seinen Kindern die Möglichkeit zu geben in einem Kindergarten sowas wie Sozialverhalten zu lernen, könnte ja sein, dass man sowas im Leben mal braucht…

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24th September 2007

Volksweissheit

Die Politik ist das Paradies zungenfertiger Schwätzer.
George Bernard Shaw

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3rd September 2007

Die sind doch nicht ganz schussecht

Ok, wie ich merke habe ich vor lauter Aufregung und Reisefieber verpasst was da so gerade in Sachen Waffengesetz vor sich ging..

SpOn schreibt was von einer rein sachlichen Agumentation

“Die Altersgrenze von 21 Jahren habe keinen “messbaren Sicherheitsgewinn” gebracht”

Was bitte ist an so einer Arguemtation sachlich, wenn es noch nichtmal die allseits beliebten zurechtinterpretierten Statistiken gibt um diese Aussage zu belegen?

Ist das nicht viel mehr ein subjektiver Eindruck?

Ich pesönlich kann zwar nicht behaupten, das ich mich seitdem sicherer fühle, aber ich kann mit Sicherheit sagen, das allein dieser Vorschlag an sich mit zutiefst verunsichert.
Allein der Gedanke, dass ein Politiker, der eigentlich das Grundgesetz schützen sollte, schon wieder mit Vorschlägen um sich schmeisst, die im worst case auch als Beihilfe gegen GG Artikel 2.2 gelten könnten, löst bei mir nur kopfschütteln aus.
Ach und gleichzeitig wiederspricht es sich damit auch noch sich selbst - oder wie passt eine Senkung der Altersgrenze bitte zum Anti-Terrorkampf?

Meiner Bescheidenen Meinung nach sollten nicht nur Menschen zwischen 21 und 25 ein psychologisches Gutachen vorweisen müssen, sondern jeder, der eine Waffe besitzt.
Oder kann mir iegndwer garantieren dass dieser eine Tag zwischen 25 und 26 einen Menschen von Grund auf ändert?

Glücklicherweise wurde dieser Vorschlag genauso schnell wieder zurückgenommen, wie er einmal quer durch die Republik geschossen ist.

Überhaupt, wenn ich mir die Schützenfeste in meinem Heimatdorf so ansehe - wer von den Herren ist da eigentlich wirklich wegen dem Sport und wie viele nutzen nur die wunderbare Legitimation zu saufen?

Nun mal ganz ehrlich - also wozu das Ganze überhaupt?

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24th August 2007

Wo wir gerad beim Thema sind - ich bin gegen Nazis

Ich spare mir den Text, das warum sollte bei jedem klar denkenden Menschen obsolet sein!

Stattdessen eine meiner Hymnen aus Jugendzeiten

(könnte evtl jemand mal ein gutes Video zu diesem Lied machen, bitte ?)

 

 

Und das doppelt kopfnicken provozierende Banner vom punk

 

Gegen Nazis und Dummheit im Amt

 

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