31st August 2007

Ökonomische Betrachtung menschlichen Verhaltens

Im Studium habe ich VWL nicht sonderlich gemocht, bis ich auf eine Spielart gestoßen wurde, die in meinen Augen so obskur wie interessant ist.

“Die Ökonomie des menschlichen Verhaltens” von Gary S.Becker hat mich regelrecht in ihren Bann gezogen, denn plötzlich bekamen die verwirrenden Formelberge einen ungeahnten Realitätsbezug.

Grundprinzip des neoklassischen Paradigmas ist eigennütziges und rationales Verhalten, d.h. Nutzenmaximierung auf Basis der persönlichen Präferenzen und unter Beachtung der bestehenden Restriktionen.

Gary Beckers Individuum hatte mit dem Zerrbild des neoklassischen homo oeconomicus, dem emotionslosen, sozial isolierten, blitzschnell kalkulierenden, vollständig informierten und stetig maximierenden Egoisten nicht mehr viel zu tun
Beispielsweise zählte er zu den Restriktionen nicht mehr nur das verfügbare Einkommen und die Güterpreise , sondern auch „Opportunitätskosten“ sowie moralische, soziale und rechtliche Regelungen, die den Handlungsspielraum des Individuums einschränken.
Des Weiteren wurde „rational“ in dem modernen Kontext interpretiert als Auswahl der Alternative, die innerhalb einer bekannten Auswahl und unter Beachtung der Situation, den relativen höchsten Nutzen hat.

Auf Basis dieser generalisierten ökonomischen Perspektive, hat Becker eine Vielzahl von Themen analysiert, die bis dato der Ökonomie nicht zugänglich erschienen.
Von Diskriminierung, Fertilität, dem Verhältnis zwischen Eltern und Kindern über Kriminalität bis hin zur Auswahl des Ehepartners, wurde das menschliche Verhalten in Formeln gegossen.Bild via pixelio/Claudia Hautumm

Was sich zunächst abstrakt anhört, wird bei der Lektüre erstaunlich schnell greifbar, denn man ertappt sich immer wieder selbst.

 

Ein ganz einfaches Beispiel - die Überlegung - kaufe ich mir einen Fahrschein oder nicht?

 

Einerseits wären da die monetären Kosten:

 

in Hamburg- Preis der HVV Karte (x)

und Geldstrafe fürs Schwarzfahren (g) .

 

 

Andererseits immateriellen Kosten z.B.

 

Angst während der Fahrt (a),

Schamgefühl wenn man erwischt wird (s)

Ärger wieder umsonst gezahlt zu haben (u)

 

 

Die Gesamtkostenrechnung wäre demnach

 

y = HVV Karte(x) + Ärger(u)*(1-p) - [ Angst(a) + (Geldstrafe (g) + Scham(s)) *p]

 

 

wobei p die subjektive Wahrscheinlichkeit ist erwischt zu werden und 1-p entsprechend jene nicht erwischt zu werden.

 

Menschen, die einigermaßen rational denken können kaufen eine Fahrkarte, sobald das Ergebniss dieser Formel negativ wird.

Füllen wir diese Formeln einmal mit Leben.

Die HVV Karte lassen wir in weiser Voraussicht mal x=2 kosten und die Strafe g=40.

Lisa ist immer äusserst korrekt und ängstlich mit a = s=20 und u=5, dazu schätzt sie die Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden mit p= 0,5 ein.

 

y= 2 + 2,5 - [20 +((40 + 20)0,5) ]

y= - 45,5

Negative Zahl, bedeutet Lisa kauft sich eine Karte, weil sie das subjektive Risiko “teuerer” einschätzt als den Kauf einer Karte.

 

Lara dagegen ist relativ schmerzbefreit und immer knapp bei Kasse, also a=s=1, u=40 und p=0,2.

 

y= 2 + 8 -[1 + ((40+1)0,2)]

y= 0,8

Subjektiv “lohnt” sich demnach das Schwarzfahren für Lara.

 

Was will uns nun diese Werbesendung kleine Rechnung sagen?

 

 

 

 

 

Ähm ja gute Frage -selbst wenn man bedenkt, dass dieses Beispiel von einer Vielzahl von Faktoren abstrahiert, so kann man trotzdem das Grundprinzip erkennen.

Beispielsweise erhöht bei Menschen wie Lara theoretisch eine Preiserhöhung die Wahrscheinlichkeit des Schwarzfahrens, während eine Erhöhung der Geldbuße nur geringe Auswirkungen hat, solange die subjektive Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden gleich bleibend ist.

Dieses Beispiel ist zugegebenerweise ziemlich trivial, für diejenigen, die es interessiert hätte ich hier beispielsweise noch eine meiner Seminararbeiten zum Thema - unromantische Betrachtung von Eheverträgen, die erklärt wie man sich ausrechnen kann ob es sinnvoll ist einen Ehevertrag zu schliessen, wenn ja welchen und wie diese Entscheidung die Frau hinsichtlich Kind und Karriere beeinflusst bzw wie der Mann die Wahrscheinlichkeit erhöhen kann seinen Willen zu bekommen ;)

Sehr interessant ist übrigens auch immer wieder der blog von Herrn Becker und seinem Kollegen Herr Posner

 

Quellen

Becker, Gary S. (1993), Der ökonomische Ansatz zur Erklärung menschlichen Verhaltens, J.C.B. Mohr ( Paul Siebeck) Tübingen

Becker, Gary S. (1996): Familie, Gesellschaft und Politik – die ökonomische Perspektive, Tübingen, Mohr.

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29th August 2007

that blue is making me high

WARNING - EXPLICIT CONTENT

Ähm ja, also das richtige Video fängt erst bei 2:30 an, pornophobe und minderjährige Personen bitte ich dahin vorzuspulen. Obwohl das ja noch als Softcore durchgehen würde - denke ich. Gar nicht empfohlen für schwache Gemüter, am Ende regnet es Blut.

Ich habe Marilyn Manson einmal life gesehen und die Show war der Hammer. Der Mann weiß einfach wie man sich inszeniert.

Dieser Song ist natürlich wiedermal ein Skandal geworden aber ich mag ihn, weil er irgendwie unglaublich intensiv ist.

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28th August 2007

Mehr als ein Tier

Mein Hund hat es nicht geschafft, er musste heute Morgen eingeschläfert werden.

Sowas tut weh, verdammt weh, denn Joschi war für nicht nur ein Tier, er war sowas wie ein Freund…

Tschüß mein Süßer - rest in peace

 

Warum muss sowas eigentlich immer passieren wenn man den ganzen Tag Meetings und Präsentationen hat?

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28th August 2007

Auf Wiedersehen Blogscout

Zumindest wäre es sehr schön, wenn es in diesem Falle noch eine Revision der Entscheidung oder einen Nachfolger geben würde.

Eigentlich wollte ich nur meiner täglichen Neugier nachgehen und war ziemlich perplex, als ich stattdessen das hier vorfand.

Ein herzloses “Blogscout ist geschlossen” weitere Infos hier.

Die Argumentation von Dirk, kann ich zwar irgendwie verstehen, finde sie aber auch paradox, da Blogscout eine der wenigen Plattformen war, in denen auch kleinen Blogs aus dem Longtail die Gelegenheit hatten, mal in Toplisten zu erscheinen.

Ich finde den Entschluss sehr schade, aber trotzdem ein herzliches Danke für alles!

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27th August 2007

Antiterroristisches Wochenende - weg mit Wecker,Zitronen & Co

Heute landet eine Mail vom politblog.net in meinem Postkasten, mit Infos zum “Antiterroristischen Wochenende” und der Bitte darum, selbige unters Volk zu bringen.

Hiermit getan, denn satirisches Winken mit dem Zaunpfahl kann nie schaden.

Worum es geht? Darum:

Vom 12. – 14. Oktober ist es soweit. Auch Sie können dann aktiv an der Seite unseres Bundesinnenministers
Dr. Wolfgang Schäuble die Bemühungen für die Innere Sicherheit unterstützen. Nehmen Sie mit aller
Entschlossenheit den Kampf gegen den internationalen Terrorismus auf.
Vorbei mit Duckmäusertum und halbherzigem Rumgezeter!
In ganz Deutschland werden die drei Tage von Freitag bis Sonntag zu einer Demonstration des
Schulterschlusses mit dem Anti-Terror-Kampf! Unterstützen Sie selbst die Sicherheitskräfte dabei, sämtliche
terrorverdächtigen Gegenstände und Utensilien für immer in den Asservatenkammern zu verschließen.
Dezentral – in jeder deutschen Kleinstadt, auf dem Land und in den Metropolen sind alle Menschen dazu
aufgerufen, Terrorverdächtiges bei den nächsten Polizeidienststellen abzuliefern….

Die Quelle und gleichzeitig alle weiteren Infos findet Ihr in diesem pdf

 

Für die Lesefaule auf einen Blick - eine Auswahl terrorverdächtiger Utensilien

Wecker, Handy, Flasche, Licht dürfen Terroristen nicht

 

Ach wie gern würde ich die Gesichter der diensthabenden Beamten sehen ;)

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27th August 2007

Mein Motorrad, mein Hund und 2 Varianten Herzklopfen

 

Seit gestern bin ich stolze Besitzerin einer Suzuki Bandit - gesehen, verliebt, gekauft - so die Kurzversion und ich kann es kaum erwarten mich für mind. 2 Stunden in die Zulassungsstelle zu setzen damit ich endlich fahren kann ;)

 

Heute Morgen dann eine Nachricht, die genauso Herzklopfen verursacht, aber leider auf eine unangenehme Art und Weise.

 

Mein Hund wurde letzte Nacht notoperiert und es sieht zur Zeit gar nicht gut aus.

Ich habe ihn damals mit ausgesucht, er hat immer vor meiner Tür geschlafen um auf mich aufzupassen und ist einfach mein Hund…

Drückt mir die Daumen, dass er sich durchkämpft.

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25th August 2007

Ich hab zwar nicht den größten

Schaerpe gebastelt von Leon

aber dafür den buntesten Schreibtisch ;)

Das Blog Projekt ” Zeigt uns Deine Welt” von Leon ist vorbei und ich habe den Preis für den buntesten Schreibtisch gewonnen.

Ich fühle mich geehrte und bedanke mich herzlich dafür !

Das prämierte Objekt findet Ihr hier

 

Um die Ecke findet Ihr die Liste aller Teilnehmer, wie ich finde viele interessante, chaotische und schöne Einblicke hinter die Kulissen.

 

 

 

 

 

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24th August 2007

Wo wir gerad beim Thema sind - ich bin gegen Nazis

Ich spare mir den Text, das warum sollte bei jedem klar denkenden Menschen obsolet sein!

Stattdessen eine meiner Hymnen aus Jugendzeiten

(könnte evtl jemand mal ein gutes Video zu diesem Lied machen, bitte ?)

 

 

Und das doppelt kopfnicken provozierende Banner vom punk

 

Gegen Nazis und Dummheit im Amt

 

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24th August 2007

Die Ideotie der Masse - Mügeln feat. Social Support-Paradigma

Allein die Tatsache, das Menschen von einer grölenden Menge durch die Stadt gejagt werden, ist vollkommen unabhängig von Hautfarbe, Staatsbürgerschaft und Religion, schlichtweg ein Zeichen dafür wie rückständig und beschränkt die involvierten Gemüter sind.

Der Fall Mügeln hat mich erschrocken, nicht nur als Fall von strunzdummer, rechter Gewalt, sondern mehr aufgrund der Reaktion der Einwohner, sowohl in der besagte Nacht, als auch im nachhinein.
Die Verleumdung rechter Tendenzen, das Abwiegeln, die “mein Name ist Hase” Reaktionen - ist es nur die Angst selbst Opfer zu werden oder in der Gemeinde an Ansehen zu verlieren?

Über die Frage -ob Nazis absolut daneben sind oder nicht müssen wir hier nicht mehr diskutieren, das Verhalten des sogenannten “Dorfpöbels” soll hier der Schwerpunkt sein.

Dafür nehme ich Euch mal wieder auf einen kleinen Exkurs mit - das Social Support Paradigma, durch Leon Festinger beim Namen genannt, liefert eine sehr schöne Erklärung für Massenphänomene.

Das „social support“-Paradigma

Festinger (1978) postuliert, dass zwischenmenschliche Interaktion untrennbar mit den Mechanismen der kognitiven Dissonanz verbunden ist (S. 177ff.).

Diese Annahme wird mit der Tatsache begründet, dass individuelles Verhalten durch interpersonelle Interaktion und Kommunikation beeinflusst wird. Der Austausch dissonanter und/oder konsonanter Einstellungen und Informationen, kann dabei Dissonanz initiieren, verstärken oder reduzieren.

Beispielsweise erlebt ein Individuum Dissonanz wenn ein anderes Gruppenmitglied einen der eigenen Meinung widersprechenden Standpunkt vertritt.
Die Stärke der Dissonanz, aufgrund einer Meinungsverschiedenheit im sozialen Kontext, ist von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Neben der Menge der kognitiven Elemente, die mit der eigenen Meinung verbunden
sind, müssen auch die Kognitionen, die durch die Interaktion mit der sozialen Gruppe relevant werden, in die Betrachtung einbezogen werden.
Dabei ist die Menge der dissonanten Elemente, die die eigene Meinung betreffen, determiniert von der Wichtigkeit der dissonanten Kognitionen, der Möglichkeit die eigene Meinung objektiv zu bestätigen und von der Anzahl der konsonanten Beziehungen der betrachteten Meinung zu dem kognitiven Gesamtsystem.
Die Menge der dissonanten Kognitionen aus dem sozialen Kontext wird bestimmt durch die Anzahl von Individuen innerhalb der Gruppe, die der eigenen Meinung widersprechen, von der Relevanz und der Attraktivität, die das Individuum dem Meinungsgegner und der Gruppe beimisst und von
dem Grad der Meinungsverschiedenheit.
Dissonanzreduktion basiert auch im Falle der Dissonanz aufgrund sozialer Prozesse auf den bekannten Reduktionsmechanismen, der Addition von konsonanten, der Subtraktion von dissonanten oder der Substitution dissonanter durch konsonante Kognitionen.
Soziale Interaktion ist immer mit einem Austausch von Informationen verbunden. Durch ein Gespräch mit Individuen, die die eigene Meinung teilen, kann der Anteil konsonanter Kognitionen erhöht werden, während
Individuen mit konträrer Meinung, die Dissonanz noch verstärken.

Analog zum Mechanismus der selektiven Informationsaufnahme (vgl. hier und hier), kann deshalb unterstellt werden, dass eine Auswahl der Interaktionspartner, zwecks Dissonanzreduktion, stattfindet. (Die Beteiligten bleiben unter sich, bestärken sich gegenseitig)
Des Weiteren kann das Individuum seine Meinung zugunsten der Gegenposition ändern oder umgekehrt versuchen das widersprechende Individuum von der eigenen Meinung zu überzeugen (Darstellung gegenüber der Presse).
Eine weitere Möglichkeit besteht darin die andere Person abzuwerten oder von sich selbst zu differenzieren, indem entweder Reliabilität und Kompetenz der Person selbst angezweifelt werden oder ein anderer sach- und
fachlicher Hintergrund unterstellt wird. (Z.B. die Unterstellung, dass die Inder angefangen haben)
Festinger selbst hat in Untersuchungen nachgewiesen, dass Dissonanzreduktion innerhalb von stabilen Gruppen dazu führt, dass die Meinungen innerhalb der Gruppe angeglichen werden.
Massenphänomene werden demnach durch eine kollektive Dissonanzreduktion erklärt. Stehen beispielsweise viele Menschen, bei denen eine verbreitete Überzeugung widerlegt wurde, in Kontakt, dann führt die daraus resultierende Dissonanz nicht zu einer Aufgabe der Überzeugung, sondern zu einer Verfestigung dieser.

Versuchen die Mitglieder so einer Gruppe zusätzlich außenstehende Personen von Ihrer
Meinung zu überzeugen, dann kann dieser Mechanismus einen
Erklärungsansatz für das, was in Mügeln gerade passiert darstellen, aber auch für religiöse Bewegungen eine Erklärung liefern . (vgl. ausführlich Festinger, 1978, S. 228-252)

Quelle: Festinger, Leon (1978): Theorie der kognitiven Dissonanz, Bern [u.a.].

Abschließend schick ich Euch jetzt noch rüber zum pantoffelpunk, bei dem Dieter Petereit einen sehr schönen Artikel über die potentiellen Betrachtungsweisen der Sachlage und den damit verbundenen Konsequenzen verfasst hat.

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23rd August 2007

Nun bin ich eine Bikerbraut

Ich habe die Motorradführerscheinprüfung bestanden :)

Aber wie sollte es anders sein (man nennt mich nicht umsonst die personifizierte Miss Murphy) hatte ich auch die eine oder andere zusätzliche Hürde zu meistern ;)

Zunächst die Grundfahraufgaben.

Mit meinem Fahrlehrer war ich extra früher da um alles nochmal zu wiederholen und es lief wirklich wie am Schnürchen - sogar meinen Angstgegner Schrittslalom absolvierte ich eines nach dem anderen Male gut bis sehr gut!

Als ich ein silbernes Auto in die Straße fahren sah, dachte ich mir zunächst nichts dabei, aber dann sah ich das daneben stehende, heulende etwa 18jährige “Männchen” und irgendwie war mir klar - da drin sitzt Dein Prüfer..

Gut noch war er beschäftigt und ich bin erstaunlich ruhig weiter meine Runden gefahren.

Dann kam ein grosser Lastwagen und ich musste anhalten, dahinter noch ein Motorradschüler mit Lehrer, alle positionierten sich neben dem Showplatz und plötzlich war auch der Prüfer da und es hiess - los gehts.

Ich hab das ja nicht so mit Publikum in Prüfungen (sonst hab ich damit kein Problem) und irgendwie ging der erste Versuch auch gründlich daneben - nach 3 Hütchen war Schluss, weil ich vor der Wahl - hinpacken oder durchziehen- stand, also ab dafür und neuer Versuch, der zum Glück auch einigermaßen hinhaute.

Die anderen Übungen (Gefahrbremsung, Ausweichhaken, Stop&Go, Slalom schnell) waren nicht das Problem und den kleinen Schnitzer, den ich mir beim “im Kreis fahren erlaubt” habe, hat zum Glück niemand gesehen ;)

 

Nun geht es los

 

Wir sind dann erstmal auf die Autobahn Richtung Kiel gefahren und dummerwiese hatte ich meine IKEA Warnweste noch an. Bei etwa 120km/h hörte ich plötzlich ein Ratsch und die Weste riss vorne auf und flatterte nun fröhlich im superheldenstyle hinter meinem Rücken umher.

Zum Glück ist der Funk nur einseitig, denn ich schimpfte die nächsten Kilometer vor mich hin und das war definitiv weder anständig noch jugendfrei aber eine schöne Art um sich abzureagieren…

Nun gut auf die nächte Raststätte, Weste ins Auto gepackt und weiter über die Landstrasse von Quickborn nach Norderstedt und dort dann in eine kleine Einkaufstrasse, wo es plötzlich hiess, halt dort bitte mal rechts an.

In meinem Kopf fing es sofort an zu rattern - wo war die rechts-vor-lins Straße die Du übersehen hast, war da irgendwo ein Fußgänger dem Du zu nahe gekommen bist.

Ich stand da also und wartete auf “das war`s” als ich im Rückspiegel sah, wie der Prüfer aus dem Wagen sprang und in die andere Richtung lief.

Hä, was soll das denn jetzt werden? Zum Glück kam mein Fahrlehrer zu mir, um mich aufzuklären, dass der Prüfer nur kurz was erledigen muss und bisher jedenfalls nichts zu meckern hatte.

Ich war mittlerweile schon ein bisschen überdreht (Prüfungsangst, zuerst der Eiertanz mit dem Schrittslalom, dann die Warnwesten Geschichte und jetzt das..) und als eine Art Übersprunghandlung, machte mein Körper daraus einen netten Serotonin Cocktail.

Ich grinste unter meinem Helm also schon fast im Kreis als der Prüfer dann zu mir kam und mich fragte was das denn für ein roter Schalter sein.

“Killschalter, um in Gefahrensitutationen den Motor augenblicklich aus zu machen” war meine richtige Antwort und wurde mit einem herzlichen Glückwunsch sie haben bestanden quittiert :)

Die restliche Strecke durfte ich dann hinterher fahren und vorm TÜV (und wieder ausser Sichtweite) hätt ich die Maschine vor Aufregung noch fast vor ein Auto gesetzt.

Aber keine Sorge, ihr könnte beruhigt weiterhin Hamburger Strassen benutzen, denn schon die Rückfahrt zur Fahrschule war dann wieder alles gut und ich bin wie immer vorbildlich umsichtig gefahren - hat der Prüfer mir übrigens auch gesagt.

Mit diesem Erfolg geht auch eine schöne Zeit zu Ende, denn mal ganz abgesehen von der einen Meinungsverschiedenheit kurz vor Schluss, war jede Fahrstunde genial und das lag zu 99% an meinem Fahrleher - Lüder Plath.

Selbst der Theorieunterricht hat Spaß gemacht und das resultiert einfach aus der Art die er hat.

Er geht auf den Menschen ein, gibt einem den nötigen Freiraum um selbst zu lernen, bestätigt und unterstützt immer genau an der richtigen Stelle.

Sein Humor und die Geschichten, die er zu erzählen hat, setzen dem ganzen noch die Krone auf.

Wenn irgendwer eine gute Fahrschule sucht, kann ich die Fahrschule an der Alster absolut empfehlen!

Vielen Dank nochmal Lüder für die schöne Zeit und natürlich auch an Angelika, die gute Seele der Fahrschule.

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23rd August 2007

Intime Schlafzimmer Details

Beim MC hab ich den Morgenstock gefunden und werde gehorsamst der Aufforderung zum mitmachen nachkommen hach ich bin einfach zu folgsam

 

Lieblings-Schlafklamotte ?

Wenn ich zuhause bin bevorzuge ich die nude Variante, ansonsten Negligés aus Satin, Seide oder Chiffon (so wie hier ) und wenn es ganz züchtig sein muss T-Shirt und Satin-Shorts.

 

Lieblings-Bettwäsche ?

Hauptsache weich und pflegeleicht, am allerliebsten frisch gewaschen.

 

Lieblings-Schlafposition ?

Allein - Hamburger Rollmops (seitlich zusammengerollt) sonst Löffelchenstellung. Kann aber auch gefährlich werden, da ich ziemlich intensiv träume und auch hin und wieder im Schlaf um mich schlage :oops:

 

Hast Du ein “Einschlafritual”?

Zähneputzen, lüften, Radio hören.

mein Süßer ;)

Hast Du ein Kuscheltier, Knuddelkissen o.ä.?

Plüsch-Kuscheltiere haben Bettverbot solang meine menschliche Wärmflasche da ist ;) Ansonsten, wie sollte es anders sein, einen Eeyore.

 

Was machst Du, wenn Du nicht schlafen kannst?

Lesen mit wenig Licht,am Küchenfenster sitzen und die Autos beobachten, Augen zumachen und versuchen abzuschalten..

Na ja und es gibt da natürlich noch eine Möglichkeit aber die will ich hier gerade mal nicht ausbreiten ;)


Wie groß ist Dein Bett?

Ein 1,50 x 2,00 m grosses Wasserbett, die beste Investition meines Lebens.

 

Wie viele Kissen hast Du?
Nur eins für mich.

 

Linke oder rechte Seite?

Eigentlich links, aber da in dieser Wohnung dort das Fenster ist schlafe ich rechts - und finde mich morgens oftmals mit der Nase an der Wand wieder.

 

Wie lässt Du Dich wecken?

Von einer permanten Überdosis Adrenocorticotropin . Ich brauche keinen Wecker, sondern bin in der Regel zwischen 6 und 7 (alternativ 3 Stunden nach dem hinlegen) wach.

Ja, auch wenn ich die Nacht durchgefeiert habe und morgens festellen muss immer noch nicht fahren zu dürfen. Wenn ich nach 6 nach hause komme lege ich mich gar nicht erst hin.

Der Albtraum jedes Langschläfers ;)

 

Stehst Du direkt auf oder bleibst Du liegen?

In den meisten Fällen aufstehen, manchmal auch noch ein bisschen Radio hören.

 

Dein erster Gedanke am Morgen?

Was, die Nacht schon wieder vorbei?

 

Was machst Du um wach zu werden?

Kaffee, Frühstück, Emails, kalte Dusche - mit variabler Reihenfolge

 

Wie lang bleibt Dein Bettzeug drauf?

Sobald es anfängt nach Mensch zu riechen kommt es weg - also zwischen 1ner und 2 Wochen.

 

 

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21st August 2007

Mentaler Arschtritt

Hängende Schultern, verspannte Gesichtszüge, die Augen von Tränen gezeichnet, man wirkt abwesend, fasst Kommentare negativ auf, die eigentlich nett gemeint waren, man hat keinen Hunger, ignoriert den Körper und die Denkmaschine läuft auf Hochtouren.

Man versucht sich mit der Situation abzufinden und der rationale Teil im Kopf hat das auch längst hinter sich.

Problematisch ist der emotionale Teil, der fleissig Vergangenes mit der aktuellen Situation verknüpft, fein säuberlich alte Wunden auf ihre Relevanz prüft und bei Passung aufreisst.

Bild via pixelio/Kristina Schumacher

Plötzlich hat man es nicht mehr nur mit einem Misserfolg oder einer Enttäuschung zu tun, sondern mit dem gesamten Weltschmerz ähnlicher Erfahrungen.

Sowas kann verdammt runterziehen, das Selbstwertgefühl hat eine tiefe Delle und die nächste Werkstatt ist weit entfernt.

 

Wenn es ganz dumm läuft beginnt man an seinen eigenen Fähigkeiten zu zweifeln, lässt sich von sich selbst verunsichern. Wie bei jeder Selbst erfüllenden Prophezeiung wird beim nächsten Mal genau das eintreten - man wird es nicht schaffen, Aufgaben die man vorher problemlos meisterte erscheinen plötzlich unmöglich - aber wie sollte es auch anders sein, man ist ja schliesslich ein Versager, ein Taugenichts….man zieht sich noch weiter runter und alles wird noch schwerer..


Wenn man in einer solchen Situation nicht merkt was da gerade passiert, dass man auf dem besten Weg in ein tiefes, schwarzes Loch ist, dann hat man wirklich ein Problem.

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21st August 2007

Vorsicht ansteckend

Virales Marketing im Todesstern Stuttgard

 

 

Zu schön :)

Gefunden hier, Infektionsbefehl vom Meerschweinchen

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20th August 2007

Das Gefühl absoluter Machtlosigkeit

Damals als ich im Krankenhaus war wurde mir gesagt, dass ich es nie ohne Aufenthalt in der psychosomatischen Klinik schaffen würde wieder gesund zu werden.

Ich habe es geschafft!

Mir wurde auch gesagt das ich es niemals schaffen würde die 2 Monate Unterricht nachzuholen und mein Abitur 2000 zu machen.

Ich habe es geschafft - als Klassenbeste

Man hat mir gesagt es ist unmöglich Vollzeit zu studieren und gleichzeitig Vollzeit zu arbeiten.

Ich habe es geschafft!

Am Samstag nun bin ich beim Schrittslalom mit dem Motorrad gestürzt, in einem Moment in dem ich alle erdenklichen Fehler gleichzeitig gemacht habe. Auf den Vorderreifen starren, zuviel nachdenken, das Gas nicht konstant halten und den Kardinalfehler, die Vorderradbremse ziehen als der Vorderreifen eingeschlagen war.

In dieser Situation hätte wahrscheinlich kaum jemand das Bike gehalten aber das ist egal - ich bekomme keine Chance mehr.

In den vergangenen 5 Monaten haben wir diese Übung nicht einmal gemacht, alle anderen Grundfahraufgaben habe ich mit dem großen 230kg Motorrad gemeistert. Alle Fahrstunden auf der Straße liefen mit selbigem sehr gut.
Es war mein 4. Versuch bei dieser Übung und soll auch der letzte gewesen sein - keine Woche vor der Prüfung weigert sich mein Lehrer jetzt mit der großen Maschine weiter zu machen. Entweder ich nehme die kleine und mache den beschränkten Führerschein oder muss woanders hingehen.
Das würde wiederum bedeuten, dass ich die Prüfung nicht wahrnehmen kann und den Schein frühestens im Oktober machen könnte.

Ich kann nichts tun, bin absolut machtlos. Ein Scheiß Gefühl!

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19th August 2007

Wer lesen kann ist klar im Vorteil

Ich kann die Wahrheit nicht mehr vor mir selbst verbergen, kann mir diesen Fehler nicht mehr “schön reden”, kann die Kommentare nicht mehr ignorieren - kurzum ich muss gestehen - ich habe mich geirrt.

Ja es ist leider so - Blog Day Anweisung 1 lautet:

“Find 5 new Blogs that you find interesting”

und nicht suche Dir aus Deiner Blogroll bzw des Inhalts Deines Feedreaders welche aus. :(

Find ich jetzt gerad ziemlich doof, da ich meine 5 Kandidaten ja nicht von ungefähr ausgesucht habe, sondern weil sie es verdient haben.

Deswegen mache ich zusätzlich

Kitschiger ging`s nicht  ;)

am 01.09. und werde eben einen Tag später die fünf Herren vorstellen, die ich vorgewarnt habe.

Eine Frau ein Wort - oder wie war das?

Und damit mir sowas in Zukunft nicht mehr passiert, unterstütze ich am besten Mal Projekte dieser Art.

Ziel ist es eine Icon-Landkarte von Blog zu erstellen - da muss man noch nichtmal lesen ;)

via 1 , 2

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