Geschafft, ja das beschreibt nicht nur die aktuelle Zustandsbeschreibung für die heute gesetzten Ziele, sondern auch meinen physisch- wie psychischen Zustand.
Ich bin müde, mir tun alle Gliedmaßen vom Kisten, Laminat, Möbel und hastenichtgesehen weh und ich bin heilfroh hier auf meinem Sessel in der Bahn zu sitzen und dazu auch noch in einer leeren, so das ich mich bequem über 2 Plätze ausbreiten kann.
Es kam ja alles schneller als ich dachte, eigentlich war geplant das ich so ab dem 1.4. anfangen kann in meine neue Wohnung zu ziehen, aber vor 2 Wochen hiess es dann plötzlich - Du kannst doch zum 15.3. rein und wer hätte das schon nein gesagt?
Für alle die es bisher noch nicht mitbekommen haben - ich habe jetzt eine Wohnung in der Schanze, viele große Fenster, 50m² und auch noch bezahlbar - mein Hafen nach einer Weile auf hoher See, mit einigen Tiefschlägen aber auch vielen wunderschönen Momenten und vor allem dem latenten Gefühl mir immer näher zu kommen. Manchmal merkt man erst wie sehr man sich verändert hat wenn man auf dem Weg zurück zu sich selbst ist und wenn die Freunde einem sagen - hey Du bist ja fast wieder die alte, finde ich gut.
Gerade gestern Abend gab es so einen Moment- eigentlich hatte ich geplant das Wohnzimmer zu streichen bevor das Laminat rein kommt,aber zu große Löcher in der Wand, keine Leiter und noch so ein paar Faktoren haben diesen Plan dann umgeworfen. Ich war irgendwie trotzdem völlig entspannt, konnte noch gar nicht so wirklich fassen was in den Wochen seit dem Wordcamp passiert ist und wie viel sich gändert hat und auch wenn ich weiß, dass ich die nächsten Wochen mehr oder weniger im Chaos hausen werde, weil ich bis dato ausser einem Sofa, einem Luftbett, einem Kühlschrank und einer Mikrowelle kein einziges Möbelstück habe und ich noch alle Wände streichen muss, war ich völlig ruhig - zen is calm in the choas eben
Na ja der heutige Tag war auch entsprechend chaotisch, erstmal habe ich verschlafen, bin dann schnell in die Wohnung gefahren, weil ab 10 der Kühlschrankterminrahmen anfing und habe schonmal ein bisschen hin- und her geräumt. Dann kam mein bester Freund mit einem Kollegen - beide Tischler - und wir sind erstmal Laminat kaufen gefahren, das Auto lag danach etwa 30 cm tiefer (18 Packungen) aber wir sind gut gelaunt durch die Stadt gecruised und haben sogar direkt vor der Tür einen Parkplatz bekommen.
Aber nun kam der erste schwere Teil - das Zeug in die Wohnung schleppen und da ich ja kein Mädchen bis habe ich fleissig mitangepackt.
Gerade als wir uns was vom Asiaten gegenüber geholt habe kam dan auch schon mein Kühlschrank - Lieferung bis zum Ort des Geschehens für 20€ und alles auf Termin und ohne Probleme - dafür muss man MediaMarkt mal loben.
Während also die Tischler fleissig das Laminat verlegten (ich habe jetzt übrigens eine Wald in der Wohnung - Wohnzimmer Kastanie, Flur Buche, Schlafzimmer Ahorn) bin ich dann zurück zu meinem Vater und habe meine Kartons abgeholt und zwischendurch noch ein Luftbett, damit ich nach dem barcamp Ruhr nicht auf dem Boden schlafen muss.
Als wir auf die Schanzenstrasse zukamen stand da allerdings ein Peterwagen mit Blaulicht und versperrte den Weg - wie an allen anderen Abzweigungen zu meiner Wohnung auch.
Ich also den netten Herren in blau gefragt ob es denn wohl irgendeine Möglichkeit geben würde an meine Wohnung zu kommen. Nein hiess es da müsse ich wohl warten bis die Demo vorbei ist, wobei er mir auch nicht sagen könne wie lange das wohl geht.
Das Ziel vor Augen (um genau zu sein, wäre es eine Strasse und eine Ecke entfernt gewesen) mussten wir dann also weiter fahren, aber da mein Bruder öfter mal in solchen Situationen ist ging es nun daran alle Schleichwege zu testen.
Vorbei an unzähligen Mannschaftswagen, Wasserwerfern und Polizisten in Kampfmontur konnte ich von einer Demo nun wirklich gar nichts entdecken (und wir waren auch auf dem Schulterblatt), es sei denn sie meinte die etwa 50 Leute die
irgendwo verloren zwischen der doppelten Menge Polizei am Pferdemarkt standen.

Jedenfalls hat mein Bruder es dann irgendwann geschafft und es ging wieder ans Kisten schleppen, meine Arme wurden immer schwerer und ich merkte das ich für den Tag wirklich genug Action gehabt habe. Meine Laune erhellte sich aber schlagartig, als ich sah wie toll das kastanienfarbende Laminat in der Wohnung wirkte und wie gut es zu der kleinen Ecke der Wand passte, die ich gestern dann doch schon testweise gestrichen hatte
Ich musste dann auch los um meinen Zug in Richtung Essen zu bekommen - zum barcamp Ruhr - heute Abend hat Stefan in die beste Cocktailbar in Essen geladen und es gab da noch so den einen oder anderen Grund warum ich mir das nicht entgehen lassen wollte.
Ob ich morgen meine Session mache weiß ich noch nicht so ganz genau, denn ich bin gerade verdammt müde und versuche mich irgendwie wach zu halten um nicht bis Frankfurt durch zu fahren.
Jedenfalls vielen, vielen dank an meine Helfer und auch an die die mir schon angeboten haben bei meinem weiteren Umzug zu helfen - so ganz by the way, auch hier wieder ein Chaos Szenario, denn ich werde am Mittwoch gen London aufbrechen und dann erst am 26. Nachmittags in Hamburg sein - alles ein bisschen chaotisch, aber immer nur Ruhe ist ja auch langweilig
Oh ja die Schwarze Rose war wirklich sehr gut - mein Indikator für Cockatailbars ist immer der Mai Tai und hier habe ich einen der besten seit langem getrunken. Und nicht nur die Cocktails waren gut, die Runde in der ich saß war echt klasse und ehe ich mich versah war es 3 und ich war quasi “the last woman standing” ok, in anbetracht der Frauenquote auf einem barcamp ist das auch nicht schwer. Der nächste morgen war - sagen wir mal entsprechend kopflastig, aber eine twitter message in die Runde löste das Problem relativ schnell. Das barcampruhr selbst war dann quick and dirty, ein paar Sessions gesehen, gute Gespräche geführt, das Unperfekthaus bewundert und um 20.00 ging es dann auch schon wieder Richtung Hamburg zurück, wo ich gegen Mitternacht in MEINER Wohnung ankam. Ein schönes Gefühl, aber gleichzeitig ein wenig seltsam, denn niemand war da, nichtmal meine Tiere und die leere Wohnung wirkte ein bisschen trostlos. Aber das wird sich ja in den nächsten Wochen ändern, auch wenn ich noch eine Weile brauchen werde bis es wirklich als Wohnung und nicht als Kisten- und Kramlager zu bezeichnen ist. Grund ist schlichtweg die mangelnde zeit - neben einem 8-10std Tag im Office wäre da ja auch noch das eine oder andere was ich nebenbei arbeite und irgendwann will der Mensch ja auch leben und nicht nur arbeiten. Sehr schön ist allerdings die Aussicht auf meinen ersten Urlaub seit Ewigkeiten - ach ja ich freu mich drauf