Ja ja ich weiß mein blog verkommt zur Zeit mehr oder weniger zu einer Art Tagebuch, aber zur Zeit bin ich wirklich relativ viel unterwegs und ich muss sagen es bringt mir sehr viel Spaß.
Am Mittwoch hatte ich meinen ersten Urlaubstag, der gleichzeitig der Auftakt in meine ersten richtigen Urlaub seit 2004 war - vielleicht sollte ich dazu sagen wie ich Urlaub definiere - für mich ist Urlaub wirklich nur dann gegeben wenn ich nicht zuhause bin, es mehr als ein verlängertes Wochenende ist und ich etwas besonderes erlebe - in diesem Falle sind alle Kriterien erfüllt - ich habe eine Woche, fliege nach London und freue mich gerade riesig darauf
Die erste Etappe führte mich nach Köln - 4std Zugfahrt und davon die erste Stunde auf dem Fußboden zwischen den Abteilen da der Zug völlig überfüllt war.
Danach kam ein komischer Vogel als Sitznachbar - zur Begrüßung sagte er - es wäre schön wenn wir uns unterhalten würden, müsse aber nicht sein.
Na ja obwohl ich gerade tief in meiner neon versunken war, fing er dann doch an zu reden und ich lernte einige Dinge über die Jungend von heute.
Er war 19 und erzählte fröhlich und ungefragt davon, dass seine 4 letzten Freundinnen ihn ja immer betrogen hätten, die letzte mit der er 4 Jahre zusammen war, gleich 30 mal, aber dafür hätte er sich ja gerächt indem er sich ihre 5 besten Freundinnen vorgenommen hätte- alles natürlich immer unter der Voraussetzung das beide Seiten ausreichend Alkohol konsumiert hätten, und er würde ja sowieso seit er 14 ist saufen, und heute kann ihn einen halbe Flasche Wodka gar nichts, würde er nicht mal merken und seine Freundin die trinkt eine Flasche Whiskey und macht dann noch fröhlich weiter.
Ähm ja, also wenn die Jugend heutzutage wirklich so aussieht dann bin ich froh selbige vor 10 Jahren erlebt zu haben, damals war eben alles ein bisschen besser anders
In Köln angekommen habe ich mich dann erstmal verlaufen - statt 700m bin ich etwa 2km zu dem Hotel geirrt und muss sagen es gefällt mir sehr gut.
Das Albergo erinnert mich in Detail sehr an das Interconti, das etwa 3mal so teuer ist, nur die Zimmer sind kleiner und es gibt keinen Bettabdeckservice auf den ich aber auch gut verzichten kann.
Gleich geht es noch ein bisschen in die Stadt - ausser dem Interconti, dem Hardrock Cafe und der sonderbar habe ich bisher von Köln ja noch nicht viel gesehen.
Morgen früh um 5 muss ich am Flughafen sein und um 7 geht es dann nach London - oh man wie sehr ich mich drauf freue wieder in diese Stadt zu kommen - mein letztes mal war vor 6 Jahren und ich mag diese Stadt einfach, cosmopolitisch, bunt, offen, voller Inspiration.. noch 7std, dann geht es los..
Ähm ja, es gibt Dinge sollte man besser nicht tun, man weiß es und es passiert trotzdem.
Dazu gehört die Unart zu verschlafen und wenn man morgens aufwacht und merkt das es schon hell ist, dann weiß man augenblicklich - Du Depp hast es doch getan.
Mein chronischer Schlafmangel der letzten Wochen hat dazu geführt, dass ich meinen Wecker scheinbar kategorisch ignoriert habe - zum Glück gab es noch einen einigermaßen bezahlbaren Flug am Abend und soo schlimm ist Köln ja nun auch wieder nicht.
Auf jeden Fall habe ich wieder einiges für neue Rezensionen auf qype gesammelt, im XII Apostel habe ich eine sehr gute Pizza gegessen und das auch hier verfügbare WLAN intensiv genutzt (wackelig aber es geht), im Latina Loco lässt sich bei mexikanischem Essen auch gut Zeit verbringen und ein kleiner Einkaufsbummel durch die Innenstadt war ebenfalls erfolgreich.
So langsam geht es jetzt aber in Richtung Flughafen - ich will den Flug ja nicht verpassen
6days later…
London mal ganz anders, ein bisschen Abseits des Mainstreams von Picadilly Circus und Buckingham Palace, die Nebenschauplätze, ergänzt von guten und bezahlbaren Restaurants, wunderschöne Momente, Schlüsselerlebnisse, Mistwetter und mein erstes Mal für Übergewicht zahlen müssen - der Koffer nicht ich - so könnte man eine micro-Zusammenfassung des ganzen Aufenthaltes beschreiben.
Oh man war das schön, ich sitze jetzt gerade wieder im ICE auf dem Weg zurück nach Hamburg und ich weiß schon jetzt das diese Zeit sich tief in mein Gedächtnis eingebrannt hat und noch lang nachschwingen wird.
Der erste Vorteil von London wurde mir klar als ich um 1.00 Ortszeit in einem Tesco stand um Lebensmittel zu kaufen - 24std Öffnungszeiten, teilweise sogar über das gesamte Osterwochenende hinweg- traumhaft.
Ebenso toll - die Auswahl an Lebensmitteln bzw die Geschmacksvarianten, die es so in Deutschland nicht gibt - Toffee, Fudge, Mint, Almond Cola, richtig scharfer Ginger Ale, botanicly brewed limonade - whatever that means but it tastes great, Ciders, crisps und so vieles mehr… na ja sowas führt dann aber auch dazu das man mal eben so 30Pfund im tesco lässt und wie ein Packesel beladen nach hause schleicht
Am nächsten Tag ging es dann natürlich in die Innenstadt, wenn ich schon mal in London bin dann will ich zumindest auch ein bisschen shoppen, in diesem Falle sucht man dann doch die typischen Jagdgebiete auf - vom Charing Cross zur Oxford Street,durch die Seitenstrasse und zum Anbruch der Dunkelheit dann nach Chinatown.
In den nächsten Tagen folgte ein Besuch von Canary Wharf, mit tollen Nachbildern der Docklands, die Ausstellung - Peacock and Pinstripes -, Covent Garden, Camdentown mit einem gemütlichen WLAN Nachmittag im Liberties etc. aber hier lasse ich einfach mal die Bilder sprechen.
Dann kam auch schon viel viel zu schnell der Dienstag, die Woche war vorbei und da die Reise zum Flughafen Stansted eine halbe Ewigkeit dauert hiess es um 14.30 Abfahrt für den 20.05 Flug nach Köln.
Auf dem Weg von der Victoria Station zum Flughafen kam dann noch einmal das komplette Sightseeing Programm - Tower Bridge, Tower of London, Buckingham Palace, London Eye, Big Ben - wenn Ihr also von Stanstedt fliegt und mit dem Bus hinfahrt könnt Ihr Euch die Tour vorher sparen.
Dann kam das besagte Übergepäck - ich habe es tatsächlich irgendwie geschafft knapp 10kg Lebensmittel und Kleidung in London zu kaufen - ok allein 4kg davon waren jeweils eine 2l Flasche Almond Cola und fiery Ginger Ale - mit etwa 12€ ein teurer Spass aber irgendwie war mir das die Sache auch Wert.
Sehr schön fand ich ja den orangenen Warnaufkleber der nun an meiner Tache prangerte.

In Köln angekommen gab es da ja noch ein kleines Hotel Problem, dass aber mit einem Anruf um 23.30 im Albergo bzw dem dazugehörigen Restaurant 12 Apostel gelöst wurde - Zimmer um Mitternacht? Kein Problem und dazu noch günstiger als die Jugendherberge ein paar Strassen weiter.
Heute morgen hiess es dann früh raus, wie früh es war fiel mir erst beim Blick auf die Kirchenuhr auf, denn irgendwie waren sowohl Notebook als auch mein Handy eine Stunde in der Zeit voraus und das paradoxe daran ist, wenn ich vergessen hätte die Zeit nach London wieder zurückzustellen dann wäre es eine Stunde früher gewesen als in Deutschland. ich habe keine Ahnung wie das passiert ist aber es hatte zumindest den Vorteil, dass ich meine 8.11 Zug noch bekommen habe und dementsprechend kurz nach 12 wieder in Hamburg bin - wieder zuhause aber die Sehnsucht im Herzen, eine melancholische Mischung aus Fernweh und der Erinnerung an all die wunderschönen Momente - diesmal dauert es keine 4 Jahre bis ich das wiederhole, da bin ich mir ganz sicher.
Gut soviel zu diesem Reisebericht, aber ich war zwischendurch aus fleissig und habe ein paar Beiträge angefangen, die wahrscheinlich interessanter sind als meine Reisen durch die Weltgeschichte - etwas zum Thema Beziehungen bzw darüber wie man das ganze mal auf einer ganz emotionslosen-kalkulatorischen Ebene betrachten kann, dann einen Artikel aus meiner Anti-Pro-Ana Reihe und noch einiges mehr, lasst Euch einfach mal überraschen.