18th August 2007

Selbstreferentialität - warum sich die Katze in den Schwanz beisst

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Der Begriff “Selbstreferentialität” ist zur Zeit in aller Munde und teilweise frage ich mich ob diejenigen, die den Begriff nutzen überhaupt wissen, welche Bedeutung dieser über die Definition bei Wikipedia hinaus hat.

 

Selbstreferentielles Programmieren

 

Selbstreferentialität bezeichnet nicht nur den Selbstbezug, sondern umschreibt auch ein Wahrnehmungsphänomen, das damit einhergeht.

Dieser psychologische Aspekt ist meiner Meinung der springende Punkt, zumal er Auslöser und Verstärker gleichzeitig sein kann und folglich das “im Kreis denken” erst ermöglicht.

Der Mensch an sich ist in der Regel nicht objektiv und das aus einem ganze einfachen Grunde.

Sämtliche kognitiven Eindrücke werden subjektiv verarbeitet, d.h. man gleich die neue Information mit den bereits vorhandenen Strukturen ab und ordnet sie entsprechend ein.

Man selbst bezieht sich schon im Prozess der Wahrnehmung auf das eigene kognitive System und verleiht dem bestrachteten Sachverhalt so eine gedankliche Tendenz.

Jede neue, in eine bestimmte Richtung interpretierte Kognition verbreitert dementsprechend die Basis, auf der nachfolgende Gedanken wiederum genau in diese Schublade gesteckt werden können.

An dieser Stelle beginnt die Katze sich in den Schwanz zu beissen, denn mit diesem Phänomen gehen auch unbewusste kognitive Grenzen einher.

Man kann nicht “mal eben so” von seinem Standpunkt weg, sondern müsste sich bewusst mit den eigenen Gedanken auseinandersetzen, das referentielle durch reflexives Denken substituieren.

Dafür wiederum müsste man sich erstmal darüber im klaren sein, das man in einer selbst referentiellen Denkspirale steckt, was aber aufgrund eben jener umso schwieriger wird, je tiefer man schon drinsteckt.

Ich denke fast jeder kennt dieses Phänomen von sich selbst, aber auch von Personen, die einem Tag täglich begegnen.

Da wird man aufgrund einer Äußerung, eines bestimmten Kleidungsstückes, des Wohnortes oder sonst eines Kriteriums in eine bestimmt Schublade gesteckt und kommt dort auch so schnell nicht wieder raus, weil alles was man im Anschluss daran sagt und tut so hininterpretiert wird, das es zu dem angehängten Profil passt.

Wenn man sich über diesen Prozess bewusst ist, dann ist man in der Lage diesen Kreislauf einzugrenzen (ganz durchbrechen ist meiner Meinung nach unmöglich weil die gesamte Weltansicht ja doch immer irgendwie subjektiv ist) und  dadurch vielleicht ganz neue Züge an einem Menschen oder einer Sache zu entdecken.

Der psychologisch interessierte Leser erkennt an dieser Stelle vielleicht die Parallelen zur kognitiven Dissonanz und speziell der selektiven Wahrnehmung und auf Hinweise dafür, welche Möglichkeiten es gibt, Menschen die nur sehen was sie sehen wollen, mal ein bisschen in die “richtige” Richtung zu stubsen, sei dahin verwiesen.

Quelle

 

This entry was posted on Saturday, August 18th, 2007 at 8:36 am and is filed under Neunmalklug. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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