Nickname oder Realname - das ist hier die Frage
Die Betreiber vom ilimitado-Blog rufen zu einem Statement zum Thema
Bloggen mit echtem Namen oder Nick ?
auf und da ich diese Diskussion vor kurzem am Rande schon mal geführt habe, bin ich gern dabei.
Ich schreibe unter Pseudonym und das aus gutem Grund - ich habe keine Lust darauf, dass meine Gedanken und Meinungen an falscher Stelle dafür sorgen, dass mir irgendwelche Steine in den Weg geschmissen werden. Meinen Chef geht es nichts an was ich von Bundestrojanern, Nazis oder übertriebene Polizeiaktionen halte.
Mein konservativer Vater muss nicht wissen dass seine Tochter in den Untiefen ihres Herzens niemals aufgehört hat anarchistisches Gedankengut zu pflegen.
Und last but not least - ich kenne es ja von mir selbst, wenn ich eine Person kennenlerne dann wird selbige erstmal durch Google gejagt. Google ist nunmal eine Schlampe, denn jede noch so kleine Info wird schwarz auf weiß auf dem Bildschirm platziert. Von einer alten Schul-Freundin fand ich z.B. eine Sammlung erotischer Geschichten - da freut sich doch jeder Personaler auf das Vorstellungsgespräch.
Aber nicht nur die Bedenken um den Ruf haben mich dazu gebracht meinen Namen nicht zu veröffentlichen sondern auch die Tatsache das mir mein Pseudonym eine gewisse Anonymität gibt und selbige führt wiederum dazu, dass ich mich online wesentlich freier ausdrücken und mehr ich selbst sein kann als in der ungeschützten Realität.
Es ist nunmal so dass ich eine emotionale Heulboje bin und das ist im Alltag nunmal nicht immer angebracht, bzw sogar gefährlich.
Gefühle zeigen macht verdammt verletzlich und ich versuche es tunlichst zu vermeiden irgendwo ausserhalb meines Freundeskreises zuviel von mir preiszugeben. Wer mich kennt weiß das ich sehr warmherzig und mitfühlend bin - wenn man mich kennenlernt hat man zuerst den Eindruck, dass ich sehr kalt und distanziert bin, vielleicht sogar überheblich und eingebildet.
Das ist meine Schutzmauer und meist dauert es ne Weile bis ich jemanden dahinter schauen lasse.
Dieser Schutz wäre komplett sinnlos wenn man sowieso alles online über mich lesen könnte. Und mal ganz ehrlich - wenn mir hier jemand ans Bein pinkelt ohne mich zu kennen, dann interessiert mich das absolut nicht - vis a vis ist das anders.
In diesem Sinne - ich bleib so lange bei meinem Pseudonym, bis ich gerichtlich zum Gegenteil verdonnert werde - es ist ein Schutz für meine Gefühle, meine Privatsphäre und mein Ego -Hier kann ich sein wie ich bin und das ist gut so - Punkt







