11th August 2008

Entführung von StudiVZ ins web1.0

posted in Ich hasse das, Landplagen |

Das es gut ist seinen Namen im web im Auge zu behalten hat sich für mich heute mal wieder bestätigt.

In meinem Monitoring stiess ich auf “meine” erste Homepage - eine Seite mit meinem Namen und meinem Foto, in blinkend buntem Retro-Design und das ohne das ich dazu jemals mein Einverständnis gegeben habe.


So wie es aussieht ist “meine Seite” schon seit dem 3.Juli online und ich weiß nicht wie viele Menschen, die im Netz nach mir recherchiert haben diese Seite gesehen haben - wenn man wie ich auch hin und wieder einmal im Bereich webdesign zu tun hat ist das nicht nur “nicht witzig” sondern kann sogar schädigend sein.

Foto und Name wurden direkt aus StudiVZ exportiert, die Lücke wurde zwar nach 4 Stunden geschlossen, in der Zeit wurden aber nach eigenen Angaben über 1000 Profile gezogen.

Der soziale Internetnutzer ist in Deutschland fest in der Hand des studiVZ. Jeder? Nein, ein kleiner Teil entscheidet sich gegen ein zentralisiertes Datenverzeichnis, indem kein Byte sicher ist. Am Abend des 3. Juli 2008, von 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr, ist es ca. 1000 Geiseln des Web 2.0 gelungen, in das heimische Web 1.0 zurückzukehren.

Von “sich dafür entschieden” ist die Rede aber mich hat niemand gefragt ob ich mit dieser Migration einverstanden bin, ebensowenig Dittes, den man hier ebenso mit “seiner Homepage” findet und der gerade überrascht davon war als ich ihm das gezeigt habe.

Der Urheber des ganzen erzählt auf seinem blog stolz

Als es noch funktionsfähig war, konnte man aus einem studiVZ Profil innerhalb weniger Sekunden eine waschechte 90er Jahre Webseite machen. In kürzester Zeit sind so vor einer Woche über 1000 Webseiten entstanden bis das studiVZ schließlich den Zugang blockierte. Besonders beeindruckend ist aber, wie einfach man an die Profildaten so vieler studiVZ Nutzer kommt.

Nicht nur das es unmöglich ist, das StudiVZ so einen Datenklau zulässt ohne sich darum zu kümmern, das der Schaden der entstanden ist auch wieder behoben wird ich finde es absolut nicht ok, das auch im nachhinein niemand gefragt hat ob es ok so ist. Ich hätte es nie gemerkt, wenn ich nicht prüfen würde, was mit meinem Namen im Netz passiert.

Mir tun diejenigen leid, die wenig webaffin sind und überhaupt nicht merken das Ihr Gesicht ganz oben auf einer Homepage prangt, in dem dazugehörigen Statement unterstellt wird, dass sie damit einverstanden waren, was ja wiederum impliziert das sie selbst verantwortlich für diese Seite sind.

Lieber Michael, ich habe heute vergeblich versucht Dich telefonisch zu erreichen, ich werde es noch ein paar mal versuchen, wenn es nicht klappt noch eine Mail schreiben aber wie auch immer ich möchte das Du diese Seite innerhalb einer Woche entfernst.
Desweiteren würde mich interessieren was Du Dir dabei gedacht hast - wenn es darum ging zu beweisen das man ganz einfach Daten aus StudiVZ ziehen kann, warum hast Du dann die Profildaten fremder Menschen benutzt? Nicht jeder findet das gut, egal welche Absicht dahinter steht.

Weitere Infos zum Thema bei Oliver, hier kannst Du nachsehen ob Du auch dabei bist

Update: Die Profile von Dittes und mir wurden entfernt >1300 sind noch online

This entry was posted on Monday, August 11th, 2008 at 5:48 pm and is filed under Ich hasse das, Landplagen. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

There are currently 12 responses to “Entführung von StudiVZ ins web1.0”

Hast Du eine Meinung?

  1. 1 On August 11th, 2008, Chris said:

    Das war keine Lücke _jeder_ der dein Profil sehen kann, kann das Profil abspeichern und auf eine andere Seite stellen. Beschwere dich bei dem Typ, der diesen Zirkus veranstaltet.

  2. 2 On August 11th, 2008, Andreas Dittes said:

    sollte alleine schon durch die studivz agbs nicht wirklich legal sein.
    es geht einfach nicht, dass man ungefragt so ein profil bekommt…

  3. 3 On August 11th, 2008, Michaela M. said:

    “Besonders beeindruckend ist aber, wie einfach man an die Profildaten so vieler studiVZ Nutzer kommt.”

    mann kann eure bilder und daten aus studiVZ, facebook, schuelerVZ, meinVZ blabla noch viel negativer verwenden
    als in einer lustigen 90er jahre website. daher nehmt euch endlich mal eins zu herzen:

    “[...]stop feeding social networks[...]”

    grüße michaela

  4. 4 On August 11th, 2008, zeniscalm said:

    @Chris Wenn es nur bei wenigen Profilen der Fall gewesen wäre konnte es sein, das sich jemand die Mühe macht alle Infos per copy & paste rauszuziehen aber bei über 1000 - ich denke nicht? Und diese Beschwerde hier hat etwas gebracht, die Seite ist offline.
    Das können steht übrigens ausser Frage, aber das düfen ist klar mit nein zu beantworten, erst recht wenn die Seite auch noch in meinem Namen geschrieben ist.

    @Michaela Das ist mir durchaus bewusst, aber das es in diesem Fall ein lustiges Projekt ist legitimiert es nicht. Meiner Meinung nach ist nichts reinstellen keine Lösung für das Problem, ich gehe ja auch nicht nicht mehr auf die Strasse weil mich ein Auto überfahren könnte.

  5. 5 On August 11th, 2008, One Day in my Live » StudiVZ said:

    [...] mal wieder indirekt Schlagzeilen. Bei Zenis in the Chaos kann man lesen was einem passieren kann wenn man bei StudiVZ eingetragen ist. So ist Zenis in the [...]

  6. 6 On August 12th, 2008, Michaela M. said:

    @zeniscalm Legitimiert wird es durch die spaßige Aufmachung sicherlich nicht. Vielleicht will es auch nicht legitim sein, da es sonst nicht mal 1% der jetzigen Aufmerksamkeit bekommen hätte. Es mahnt - noch in freundlicher Form - eher vor einer allzu bereitwilligen Veröffentlichung der eigenen Identität im Netz.

    Stell dir vor morgen holt sich ein polnischer Pornoseitenbetreiber deinen Namen und dein Profilbild - und das von 2.000.000 anderen weiblichen VZlerinnen - und hostet es unter einem einschlägigen Kontext auf seinem Server in Kasachstan. Dann findest du dich - oder dein potenzieller Arbeitgeber - später bei Google und die Überraschung ist groß. Das Problem: Auf einem kasachischen Server lässt du nicht mal eben dein Profil löschen, wie du es bei studiVZ machen kannst.

    Also Namen ändern bei studiVZ - ups, das verstößt ja gegen die studiVZ AGBs… warum wohl?? =)

  7. 7 On August 12th, 2008, zeniscalm said:

    @Michaela Aus meiner Sicht sehe ich das Problem eher darin das einerseits die Betreiber es nicht schaffen ihre Applikationen sicher zu gestalten (sonst wäre es ja nicht möglich mal eben so 1000 User rauszuziehen) und andererseits diejenigen die dise Unfähigkeit ausnutzen, sei es nun aus Spaß oder mit wirklich kriminellen Absichten.

    Ich bin in social networks, weil ich alten Bekannten und Freunden die Gelegenheit geben möchte mich wiederzufinden und gerade StudiVZ ist die Anlaufstelle für diejenigen, die sonst nicht online zu finden sind - glaube mir sonst wäre ich da schon längst raus.

    Hier war ich zuerst auch nur unter Pseudonym unterwegs aber irgendwann wurde ich so oft unter meinem Realname verlinkt, das mein Name jetzt untrennbar hermit verbunden ist. Sowas macht bewusster darüber was man schreibt.

  8. 8 On August 12th, 2008, Brenrhad said:

    Das kann mit Profil-Daten aus anderen Netzen genauso passieren, hat mit einem bestimmten Netz nichts zu tun.

    In solchen Mißbrauchsfällen ginge ich direkt zur Polizei. Identitätsmißbrauch ist nicht zu tolerieren.

  9. 9 On August 12th, 2008, Jenss said:

    Hallo Brenrhad vom stasiVZ… =)

    studiVZ müsste ja bestens wissen wie man Daten von anderen klaut…

    siehe stasiVZ vs. facebook!

  10. 10 On August 13th, 2008, drx said:

    Und was wäre, wenn StudiVZ selbst auf einmal das Design auf 90er-Jahre umstellen würde? Müsste man dann auch die Polizei rufen?

  11. 11 On August 14th, 2008, geht keinen was an...haha said:

    LEUTE, wenn ihr nicht wollt, das eurde Daten im Netzt erscheinen, dann stellt sie nicht rein.
    Im StudiVZ kann dich auch jeder angucken und wer zu engstirnig ist, den Sinn der Sache zu verstehen,
    tut mir nur Leid. Aber zeigt mal wieder die nicht vorhandende Weitsichtigkeit der Allgemeinheit.
    Mir diesen Reaktionen bestätigt ihr genau das, worauf Michael aufmerksam machen wollte.
    Also macht eure Scheuklappen auf und boykottiert StudiVZ und motzt nicht denjenigen an, der euch gerade die Augen geöffnet
    hat.

  12. 12 On August 16th, 2008, zeniscalm said:

    @drx Nö, weil ofensichtlich wäre wer die Seite wirklich macht.
    @..haha Die Intention ist mir klar, der Weg ist trotzdem falsch.

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