5th February 2011

“Online Identität” oder kann man professionell und privat noch trennen?

Ich hatte auf diesem blog seit über einem Jahr nichts mehr veröffentlicht, der Bericht über die Organisation des barcamps in Shanghai lag gut 5 Monate fast fertig im backend rum aber die ganze Zeit hat mich die Frage beschäftigt ob und wie ich diesen blog überhaupt noch weiterführen will - und ich habe noch immer keine Antwort.

von elycefeliz

by elycefeliz

Was einmal als Pseudonymblog begann ist heute untrennbar mit meinem Namen verbunden, hier gibt es keinen klaren Fokus sondern alles von Reiseberichten über Social Media Themen bis hin zu den unterschiedlichen Events, die ich so organisiere - kurzum der kleinste gemeinsame Nenner bin ich und mein Leben.

Menschen ändern sich - dieser blog ist fast 4 Jahre alt und ich bin - auch wenn das komisch klingt - erwachsener geworden und es gibt Dinge die ich heute so nicht mehr veröffentlichen würde.  Trotzdem - mit diesem blog und eben allen seinen Beiträgen fing damals meine Leidenschaft für Social Media, bzw. damals ja noch web 2.0, an und ich glaube ohne diesen Schritt wäre ich heute nicht da wo ich bin. Einfach löschen ist damit auch keine Option. Ok, dachte ich mir, dann lass ich diesen blog einfach für Reiseberichte und privatere Dinge stehen und starte ein neues für die “professionellen” Dinge….

Genau da lag das Problem, denn da wäre der Umstand, dass ich mittlerweile mein Hobby zum Beruf gemacht habe und die Grenzen zwischen privat und beruflich fast vollständig verschwommen sind.

Sind barcamps dann privat oder gehört das irgendwie zu meiner Arbeit, was ist mit Videointerviews, dem twestival oder Social Media Themen generell?  Müsste ich dann meine Session über Social Networks in China auf dem einen und meine Session über das Leben in Shanghai in dem anderen blog veröffentlichen?

Bis heute habe ich hier keine richtige Antwort gefunden und so kam es erstmal, dass ich neben einer “offiziellen Seite” erstmal eine Art visuelle Gedanken-Sammlung aus Infografiken, Statistiken, Präsenationen und Videos aufgebaut habe. Dazu kam dann noch der Reiseblog über Shanghai, den ich Familie und Freunden gegeben habe, damit die meine Abenteuer in der grossen weiten Welt auch mitverfolgen können und noch ein drittes in dem ich schöne Bilder festhalte…

Was mir aber nach wie vor fehlt ist das Schreiben, wieder einen richtigen Ort zu haben an dem ich mich mit Themen, die mich beschäftigen auseinander setzen kann. Ich hoffe das ich hier bald auf eine Lösung komme - was meint Ihr denn dazu?

This entry was posted on Saturday, February 5th, 2011 at 1:00 am and is filed under Selbstgespräche, social media. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

There are currently 5 responses to ““Online Identität” oder kann man professionell und privat noch trennen?”

Hast Du eine Meinung?

  1. 1 On February 5th, 2011, elcario said:

    Es ist ein Dilemma. Ich habe meinen privaten Blog vor ein paar Jahren einfach gelöscht und damit auch vieles, was mir heute vielleicht peinlich oder unangenehm wäre. Leider verliert man mit diesen Beiträgen aber auch ein Stück Persönlichkeit. Beides zu vereinen finde ich schwer, wobei es auch immer von der Definition der eigenen Privatsphäre abhängt. Ok, ich seh’ schon, ich helfe Dir kein Stück weiter…

  2. 2 On February 5th, 2011, Michael said:

    ist es nicht etwas spät für so eine Frage? ;-)

    mein persönliches Blog kennt keine Socke - und die es kennen, kennen mich nicht

    ich bin für trennen - und so wie sich das web entwickelt, sogar immer mehr

    aber höre doch einfach auf deinen bauch - und finde vielleicht eine schöne Art der Verbindung ;-)

  3. 3 On February 5th, 2011, Gerhard said:

    Hmmm… Ich hab mein Blog bisher jedesmal gelöscht, wenn ich mehrere Monate nichts geschrieben habe. Das mach ich jetzt seit knapp über zehn Jahren, und einen Schaden hab ich nicht davongetragen, meine ich behaupten zu dürfen.

    Bisher ist mir auch keiner über den Weg gelaufen, der versucht hat, meine Reputation mit dem Maß meines Weblebens zu bestimmen.

    Was mir allerdings immer auffällt: Ich bin auch selektiv geworden, was ich auf die Menschheit loslasse. Irgendwo schwingt da wohl doch ein Unwohlsein mit, bei all der Öffentlichkeit.

  4. 4 On February 5th, 2011, Soinex said:

    Offenheit und transparenz ist ein Schlüssel für mehr Verständnis in der Welt. Wer sieht das andere auch nur mit Wasser kochen wenn sie ihr Leben selbst in die hand nehmen und aktiv gestalten hat weniger Angst vor neuem und fremden. Leicht wird man verschlossener und misstrauischer. Aber meiner Meinung nach tut man sich keinen gefallen wenn dies dann die Ausgangserwartung gegenüber anderen ist. Es sollte vielmehr als weiterer wichtiger Aspekt in die Offenheit einbezogen werden. Nicht alles muss Veröffentlicht werden und es ist auch notwendig bewusst zu kommunizieren. Arbeit und privates müssen meiner Meinung nach nicht zwangsläufig getrennt werden. Wer versucht es zu trennen wird es wahrscheinlich schwer haben authentisch zu sein. Vielleicht hilft auch folgender Satz den mir mal jemand für die Kommunikation im Businessbereich mit auf den Weg gegeben hat. “Menschlich offen, professionell verschlossen”. Gruss

  5. 5 On February 5th, 2011, Steve said:

    Eine Trennung ist heute nur noch schwer möglich finde ich. Wie Du je bereits selbst geschrieben hast, bist Du im privaten und beruflichen mit Social Media verbunden.

    Wenn Du einen Themenblog hast, dann schreib dort nur über das, was mit dem Thema des Blogs zu tun hat. Wenn Du nen privaten Blog hast schreib dort privat. Wenn es sich nicht oder nur schwer trennen lässt, kann man auch mischen. Das hängt eben auch immer von der Person, der Art zu schreiben und dem Blog an sich ab.

    Ich stelle bei mir selbst fest, dass ich zu Beginn meines Lebens im Web 2.0 verschlossener war und mich immer mehr öffne, je mehr ich mich mit der Thematik und den einzelnen Bereichen beschäftige.

    Du wirst als Mensch ja auch von Deinem beruflichen Umfeld geprägt und sammelst Erfahrungen, über die Du durchaus auch in einem privaten Blog schreiben kannst. Zu privat in einem CorporateBlog oder allgemein einem eher beruflichen Blog zu werden halte ich aber eher für nicht ganz so passend.

    Hilfts? :)

  • POI & Co